Ikonen: Alt, inspirierend und ungebrochen aktuell.
Aus der Pressemitteillung der Deutschen Bischofskonferenz zum "Katechismus der Katholischen Kirche, Kompendium",
herausgegeben durch Papst Benedikt XVI:
Das Kompendium enthält 598 Fragen und Antworten. (...) Dabei fällt auf, dass die Kirchenväter des Ostens mit der Liturgie der Ostkirchen und den Ikonen starke Berücksichtigung erfahren.
Lesen wir, was der (unkompendierte) Katechismus der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche zum Thema Ikone als wahr festhält:
Die heiligen Bilder
1159. Das heilige Bild, die liturgische Ikone, stellt in erster Linie Christus dar. Es kann nicht den unsichtbaren, unfaßbaren Gott darstellen. Die Inkarnation des Sohnes Gottes hat eine neue Bilder-„Ökonomie" eingeführt:
„Einst konnte Gott, der weder Körper noch Gestalt hat, keineswegs durch ein Bild dargestellt werden. Aber jetzt, nachdem er im Fleisch sichtbar wurde und mit den Menschen lebte, kann ich von dem, was ich von Gott gesehen habe, ein Bild machen ... Wir schauen mit enthülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn" (Johannes v. Damaskus, imag. 1,16).
1160. Die christliche Ikonographie gibt durch das Bild die gleiche Botschaft des Evangeliums wieder, die die Heilige Schrift durch das Wort übermittelt. Bild und Wort erhellen einander:
„Kurz, wir bewahren alle kirchlichen Traditionen, ob sie uns schriftlich oder mündlich anvertraut wurden, ohne sie durch Neuerungen zu entstellen. Eine dieser Traditionen ist die Ikonenmalerei. Da sie mit den Berichten des Evangeliums übereinstimmt, ist sie uns nützlich, den Glauben an die wirkliche und nicht eingebildete Menschwerdung des Wortes Gottes zu bestärken und uns großen Gewinn zu bringen. Denn die Dinge, die einander gegenseitig erhellen haben offensichtlich die gleiche Bedeutung" (2. K. v. Nizäa 787: COD 111).
1161. Sämtliche Zeichen der Liturgiefeier beziehen sich auf Christus, so auch die Bilder der heiligen Gottesmutter und der Heiligen. Sie sind Zeichen für Christus, der in ihnen verherrlicht wird. In ihnen schauen wir die „Wolke von Zeugen" (Hebr 12,1), welche sich weiterhin um das Heil der Welt sorgen und mit denen wir, vor allem in der sakramentalen Feier, vereint sind. Durch ihre Ikonen sieht unser Glaube den „nach dem Bilde Gottes" geschaffenen, endlich zur Gottähnlichkeit verklärten Menschen [Vgl. Röm 8.29; 1 Joh3,2.], und sogar die Engel, die ebenfalls unter Christus, dem Haupt, zusammengefaßt sind.
„Folgend der gottkündenden Lehre unserer heiligen Väter und der Überlieferung der katholischen Kirche -- denn wir wissen, daß diese vom Heiligen Geist, der in ihr wohnt, stammt -- beschließen wir mit aller Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit, in den heiligen Kirchen Gottes, auf den heiligen Geräten und Gewändern, Wänden und Tafeln, Häusern und Wegen, ebenso wie die Darstellung des kostbaren und lebendigmachenden Kreuzes die ehrwürdigen und heiligen Bilder -- seien sie aus Farben, Stein oder sonst einem geeigneten Material --anzubringen; [dies gilt] für das Bild unseres Herrn und Gottes und Erlösers Jesus Christus, unserer unbefleckten Herrin, der heiligen Gottesgebärerin, der ehrwürdigen Engel und aller heiligen und frommen Menschen" (2. K. v. Nizäa: DS 600).
1162. „Die Schönheit und die Farbe der Bilder regen mein Gebet an. Sie sind ein Fest für meine Augen, so wie das Bild der Landschaft mein Herz anregt, Gott zu preisen" (Johannes v. Damaskus, imag. 1,27). Die Betrachtung der heiligen Bilder, zusammen mit dem Nachsinnen über das Wort Gottes und mit dem Gesang der kirchlichen Hymnen, fügt sich in die Harmonie der liturgischen Zeichen ein, damit das gefeierte Mysterium sich dem Gedächtnis des Herzens einpräge und sich sodann im neuen Leben der Gläubigen auspräge.
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